
Telefonansagen für STARFACE: Formate, Workflows und häufige Fehler
STARFACE nutzt On-Premise-Logik mit eigenen Formatanforderungen. Was klingt gut, was läuft fehlerfrei – und wie richten Sie Ihre Ansagen korrekt ein?
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STARFACE gehört zu den meistgenutzten Telefonanlagen im deutschen Mittelstand – und sie bringt eigene Anforderungen an Audiodateien mit, die viele Unternehmen unterschätzen. Wer eine professionelle Ansage bestellt oder selbst aufnimmt und dann feststellt, dass sie nicht klingt oder gar nicht abgespielt wird, hat meist ein Formatproblem. Dieser Artikel zeigt, was STARFACE technisch erwartet, wie der Upload läuft und welche Fehler Sie von vornherein vermeiden.
1. Was STARFACE von anderen Anlagen unterscheidet
STARFACE ist eine On-Premise-Telefonanlage – das bedeutet: Die Hardware oder VM läuft im eigenen Rechenzentrum oder Serverraum, nicht in einer Cloud eines Drittanbieters. Das hat klare Vorteile (volle Datenkontrolle, keine Abhängigkeit von Internetleitungen für interne Gespräche), bringt aber auch mehr Eigenverantwortung bei der Administration mit sich.
Technisch basiert STARFACE auf Asterisk, dem verbreiteten Open-Source-Telefoniesystem. Asterisk hat eine klare Präferenz für bestimmte Audioformate – insbesondere für die verlustfreie, leitungsoptimierte Übertragung per G.711. Dieses Codec-Format ist der Industriestandard für Telefonaudio: niedrige Latenz, geringe Rechenlast, stabile Qualität auf 8 kHz.
Was das für Ihre Ansagen bedeutet: Dateien, die in CD-Qualität (44,1 kHz Stereo) vorliegen, müssen vor dem Upload konvertiert werden – sonst klingt die Ansage entweder verzerrt, zu schnell oder gar nicht.
2. Formate und Dateianforderungen
STARFACE akzeptiert grundsätzlich WAV-Dateien. Entscheidend sind aber die inneren Parameter – Samplerate, Bit-Tiefe, Kanäle und Codec-Variante.
| Format | Sampling | Kanalzahl | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| WAV PCM 16-bit | 8 kHz | Mono | Gut – funktioniert zuverlässig |
| WAV G.711 A-Law | 8 kHz | Mono | Optimal – nativ für Asterisk/STARFACE |
| WAV G.711 µ-Law | 8 kHz | Mono | Gut – vor allem in US-Systemen verbreitet |
| WAV PCM 16-bit | 44,1 kHz | Stereo | Nicht empfohlen – muss konvertiert werden |
| MP3 | beliebig | beliebig | Nicht empfohlen – Kompatibilitätsprobleme |
Für Europa und deutschsprachige STARFACE-Installationen ist G.711 A-Law (alaw) das bevorzugte Format. Falls Sie eine Audiodatei in einem anderen Format vorliegen haben, können Sie sie mit dem freien Tool ffmpeg konvertieren:
ffmpeg -i eingabe.mp3 -ar 8000 -ac 1 -acodec pcm_alaw ausgabe.wav
Dieser Befehl konvertiert eine beliebige Eingabedatei in eine STARFACE-kompatible WAV-Datei mit 8 kHz Samplerate, Mono-Kanal und A-Law-Codierung.
Tipp: Unser kostenloser Audiokonverter erledigt die Konvertierung automatisch — ohne Kommandozeile.

3. Upload-Wege
STARFACE bietet mehrere Wege, Ansagen ins System zu bringen:
Über den Ansagen-Manager in der Admin-Oberfläche Der direkteste Weg: Im STARFACE-Webinterface navigieren Sie zu Konfiguration → Ansagen. Dort laden Sie WAV-Dateien hoch, benennen sie und weisen sie direkt Rufumleitungen, Warteschleifen oder Zeitplänen zu. Dieser Weg ist für die meisten Anwender der einfachste.
Per FTP/SFTP
Für Administratoren mit Serverzugang können Dateien direkt in das STARFACE-Dateisystem übertragen werden. Der Pfad für Ansagen liegt üblicherweise unter /var/starface/media/music/ (für Wartemusik) bzw. in ansagenspezifischen Unterordnern. Diese Methode eignet sich für Massenimporte oder Automatisierungen.
iQueue-Ansagen separat verwalten STARFACE unterscheidet zwischen allgemeinen Ansagen und iQueue-Ansagen. Die iQueue (Intelligent Queue) ist das Warteschleifen-Modul von STARFACE – sie hat eine eigene Ansagenverwaltung, die separat befüllt werden muss. Achten Sie darauf, Ansagen für Warteschleifen immer im richtigen Bereich hochzuladen.
4. Häufige Fehler
Die meisten Probleme bei STARFACE-Ansagen lassen sich auf wenige wiederkehrende Ursachen zurückführen:
Falsche Samplerate: Eine Ansage in 44,1 kHz klingt auf STARFACE entweder zu tief (wenn das System sie intern auf 8 kHz herunterspielt) oder gar nicht, wenn der Upload bereits abgelehnt wird. Prüfen Sie die Datei vor dem Upload mit Audacity oder ffprobe.
Stereo statt Mono: Stereo-Dateien können in STARFACE zu Phasenverschiebungen führen oder werden beim Downmix schlecht verarbeitet. Immer Mono exportieren.
MP3-Artefakte: MP3 nutzt verlustbehaftete Kompression, die auf Telefonqualität besonders hörbar wird. Zischlaute, Pumpen und metallischer Klang sind typische Symptome. WAV ist immer vorzuziehen.
Clipping: Zu laut aufgenommene oder produzierte Ansagen übersteuern die Telefonleitung. Der Pegel sollte auf maximal –3 dBFS normalisiert sein – nicht höher.
5. Checkliste: STARFACE-Ansage hochladen
- Datei liegt als WAV vor (kein MP3)
- Samplerate beträgt 8 kHz
- Kanal ist Mono (nicht Stereo)
- Codec ist PCM 16-bit oder G.711 A-Law
- Pegel ist auf –3 dBFS normalisiert, kein Clipping
- Dateiname enthält keine Sonderzeichen oder Leerzeichen
- Upload erfolgt im richtigen Bereich (Ansagen-Manager vs. iQueue)
- Ansage nach dem Upload testweise von externem Telefon abgehört
6. Warteschleife in STARFACE: iQueue richtig einrichten
Die iQueue ist das Herzstück der STARFACE-Warteschleifenverwaltung. Sie erlaubt es, Musik und Sprache zu kombinieren: Die Wartemusik läuft als Loop, wird aber in konfigurierbaren Abständen von einer Sprachansage unterbrochen – zum Beispiel: „Bitte bleiben Sie in der Leitung. Ihr Anruf wird schnellstmöglich angenommen."
Für eine professionelle Warteschleife empfehlen sich:
- Ein Musik-Loop von 45–90 Sekunden Länge mit nahtlosem Übergang am Ende
- Eine Zwischen-Ansage alle 30–60 Sekunden, ca. 10–15 Sekunden lang
- Konsistente Stimme und Lautstärke zwischen Musik und Sprache
Beide Dateien – Musik und Sprache – müssen im gleichen Format (8 kHz, Mono, WAV) vorliegen. Ein häufiger Fehler: Die Musik liegt in besserer Qualität vor als die Sprache, was zu hörbaren Lautstärkesprüngen beim Übergang führt.
7. Fazit
STARFACE ist eine leistungsfähige Anlage, die jedoch klare technische Erwartungen an Audiodateien stellt. Wer diese kennt, vermeidet frustrierende Umwege. Das richtige Format – WAV, 8 kHz, Mono, idealerweise G.711 A-Law – ist die Grundvoraussetzung für störungsfreien Betrieb. Der Upload selbst ist dann unkompliziert, wenn die Datei von Anfang an korrekt produziert wurde.
STARFACE-kompatibles WAV, wenn: direkter Upload ohne Konvertierung gewünscht und maximale Kompatibilität erforderlich ist.
Externe Konvertierung, wenn: Bestandsaufnahmen in einem anderen Format vorliegen und per ffmpeg oder Audacity angepasst werden müssen.
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